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Sonntag, 14. März 2021

Corona als Chance zur Neuordnung: “Multilateralismus für die Massen” von Merkel, Macron, von der Leyen und Guterres

  Merkel, Macron, von der Leyen und andere internationale Spitzenpolitiker haben die Corona-Krise als Chance zur Neuordnung der Weltpolitik auf Basis des Multilateralismus bezeichnet. Die Zeit, kurz nach dem Treffen des Weltwirtschaftsforums, und die Anklänge an den Großen Neustart, den die Lobby der Großkonzerne ausgerufen hat, sind wohl kein Zufall, wie eine respektlose Analyse und Übersetzung der wichtigsten Passagen zeigt.

In einem gemeinsamen Plädoyer, das in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, (03.02.2021, S. 8) und einer Reihe wichtiger internationaler Zeitungen abgedruckt wurde,fordern António Guterres, Ursula von der Leyen, Emmanuel Macron, Angela Merkel, Charles Michel und Macky Sall “Mit multilateraler Kooperation die Krisen überwinden”.

Guterres ist Generalsekretär der UN. Als  Mitglied des “World Economic Forum Global Agenda Council on Humanitarian Assistance” hat er Texte mit so schönen Titeln wie “A New Business Model for Humanitarian Assistance?” mitgeschrieben, zu deutsch: “Ein neues Geschäftsmodell für humanitäre Hilfe?” Wie der Titel schon andeutet, geht es unter anderem darum, wie man den privaten Sektor über seine Rolle als Spender hinaus am Wiederaufbau nach Katastrophen mehr verdienen lassen kann.

Angela Merkel wurde früh vom Weltwirtschaftsforum als Young Global Leader entdeckt und gefördert, ebenso wie Emmanuel Macron. Ursula von der Leyern kennen wir als EU-Kommissionspräsidentin, der Belgier Charles Michel ist EU-Ratspräsident und der senegalesische Präsident Macky Sall darf den globalen Süden an den Tisch bringen, damit die Runde wenigstens ein bisschen multilateral aussieht.

Beim digitalen Davos Agenda Event des Weltwirtschaftsforums vom 26.-29.1. waren von der Leyen, Macron und Merkel die ersten drei der auf der Website des Forums präsentierten zehn Keynote-Speaker, Guterres war der achte....

weiterlesen hier: Corona als Chance zur Neuordnung: “Multilateralismus für die Massen” von Merkel, Macron, von der Leyen und Guterres – Geld und mehr (norberthaering.de)

Bill Gates erklärt Pandemiebekämpfung zur neuen Normalität

Der zweitreichste Mensch der Welt, Microsoft-Gründer Bill Gates, stimmt uns im “Jahresbrief” seiner Stiftung darauf ein, dass wir uns an Pandemiebekämpfung als Normalzustand gewöhnen und unsere alten Freiheiten für immer vergessen sollen.

Gates Beitrag “Es ist nicht zu früh, um an die nächste Pandemie zu denken”, ist Teil des Jahresbriefs den er und seine seiner Frau Melinda als Ko-Vorsitzende der Bill und Melinda Gates Stiftung jedes Jahr veröffentlichen.

Alle wollten von ihm wissen, wann die Welt wieder zur Normalität zurückkehren wird, schreibt er und äußert volles Verständnis für diese Wunsch, doch leider:


Die unglückliche Realität ist, dass COVID-19 vielleicht nicht die letzte Pandemie ist. Wir wissen nicht, wann die nächste Pandemie ausbricht oder ob es eine Grippe, ein Coronavirus oder eine neue Krankheit sein wird, die wir noch nie gesehen haben. (…) Die Bedrohung durch die nächste Pandemie wird immer über unseren Köpfen schweben – es sei denn, die Welt unternimmt Schritte, um sie zu verhindern.”

Und weil eine mögliche Grippepandemie nicht furchterregend genug ist, setzt er hinzu:


So beängstigend es auch ist, sich das vorzustellen, die nächste Pandemie könnte sogar das Ergebnis von Bioterrorismus sein. (…) Um zu verhindern, dass sich das Unglück des letzten Jahres wiederholt, muss die Pandemievorsorge so ernst genommen werden wie die Kriegsgefahr. Aber es ist möglich, eine Diagnostik aufzubauen, die sehr schnell eingesetzt werden kann. Ich bin zuversichtlich, dass wir bei der nächsten Pandemie so genannte Mega-Diagnoseplattformen haben werden, mit denen wir jede Woche bis zu 20 Prozent der Weltbevölkerung testen können.”

Star-Historiker Harari bläst ins totalitäre Horn der Rockefeller Stiftung

Der israelische Welthistoriker und globale Bestsellerautor Yuval Harari macht mit beim Herbeireden des totalitären Post-Pandemie-Szenarios “Gleichschritt” der Rockefeller Stiftung. Die Totalüberwachung der Wertbevölkerung komme, fast unausweichlich. Und es wird dann einfach so passiert sein, ohne dass es jemand wollte und daran arbeitete.

... Letztlich bewirkt das, unabsichtlich oder absichtlich, einen Gewöhnungseffekt, ganz im Sinne der Stiftung. Totalüberwachung für vermeintlich gute Zwecke wird hoffähig gemacht....

... was Harari am 23.10. im Interview mit t-online sagte:

Im schlimmsten Fall werden sich die Menschen in 50 Jahren daran erinnern, dass im Jahr 2020 mithilfe der Digitalisierung die allgegenwärtige Überwachung durch den Staat begann. Demokratische, pluralistische Gesellschaften widersetzen sich dieser Art der Kontrolle der Bevölkerung [wie in China] – noch. Aber angesichts der Corona-Epidemie könnten auch die liberalen Demokratien ihre Abneigung gegen die Überwachung ihrer Bürger ablegen. Eine 24-Stunden-Kontrolle ist in unserer zunehmend digitalen Welt überhaupt kein Problem mehr. Ich bin mir nicht sicher, ob dieses Szenario eintreten wird. Aber ich habe die Befürchtung, dass die totale Kontrolle eine Folge der Corona-Krise werden könnte. Viele Dinge, die im Westen noch vor einem Jahr undenkbar waren, sind durch die Pandemie nun auch dort plötzlich akzeptabel geworden. Die meisten Leute akzeptieren das gegenwärtig. Überwachung per se ist ja auch nichts Schlechtes. Überwachung ist die beste Verteidigung gegen Epidemien.

Okay, er ist sich nicht sicher, ob es so kommt, aber die Gefahr ist da, sie geht vom Staat aus, nicht etwa von den IT-Konzernen und den großen Stiftungen, und die Menschen akzeptieren die Totalüberwachung. Klingt fast genau wie bei Schwartz. Was soll da noch schiefgehen.

Jedenfalls sei die totalitäre Versuchung groß, insbesondere weil China mit seiner entsprechenden Strategie so großen Erfolg bei der Corona-Bekämpfung hat. Es sei also damit zu rechnen, dass sich eine Regierungsform mit autoritärer Totalüberwachung ausbreitet, was aus gesundheitspolitischer Sicht auch gar nicht schlecht sei. So könne man auch die Grippe besser bekämpfen....

UNBEDINGT WEITERLESEN!!! - sehr guter Artikel wie immer von Norbert Häring: Star-Historiker Harari bläst ins totalitäre Horn der Rockefeller Stiftung – Geld und mehr (norberthaering.de)

Mittwoch, 10. Februar 2021

Der Macher des Gleichschritt-Szenarios der Rockefeller Stiftung wirbt nun offen für Totalüberwachung von Nobert Häring

Im Jahr 2010 hat Peter Schwartz zusammen mit der Rockefeller Stiftung das Schöne-neue-Überwachungswelt-Szenario “Lock Step” (Gleichschritt) entwickelt, als Zukunftsvision für die Zeit nach einer Pandemie. Während Rockefeller eifrig an der Vertiefung arbeitet, kümmert sich Schwartz um die Verbeiterung und wirbt in einem Interview sogar ganz offen für die Totalüberwachung. Peter Schwartz (73) ist Futurologe. Er war schon für das Pentagon und das Weltwirtschaftsforum aktiv....

..... Stufe 1: Das Gleichschritt-Szenario als Leitfaden: Selbst nachdem die Pandemie abgeklungen war, blieb die autoritärere Kontrolle und Beaufsichtigung der Bürger und ihrer Aktivitäten bestehen und wurde sogar noch intensiviert. … Die Bürger gaben bereitwillig einen Teil ihrer Souveränität – und ihrer Privatsphäre – an paternalistischere Staaten ab, im Austausch für mehr Sicherheit und Stabilität. Die Bürger waren duldsamer und sogar begierig auf Führung und Aufsicht von oben, und die nationalen Führer hatten mehr Spielraum, um die Ordnung so durchzusetzen, wie sie es für richtig hielten.

..... Stufe 2: Die Pandemie ist da – Forderungen stellen:
Ein Pandemie-Corps mit 300.000 Testern aufstellen, das polizeiähnliche Aufgaben wahrnimmt,
die Kontaktverfolgung vervollkommnen,
die Teilnahme am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben umfassend von Immunitäts- oder negativen Testnachweisen abhängig machen. Dazu soll auch dienen,
eine (global) eindeutige Patienten-Indentifikationsnummer für jeden, die Auskunft über den viralen, den Antikörper- und den Impfstatus jedes Bürgers gibt und mit anderen Datenbanken verlinkt wird, von Anwesenheitslisten in Schulen, über Passagierlisten bis hin zum Eintrittskartenverkauf,
eine Vielzahl von Datenquellen zusammenzubringen und mit mächtigen Analyseinstrumenten auszuwerten und bestehende Hindernisse bei der Datenbeschaffung für solche Analyseinstrumente beseitigen.

.... Stufe 3: Andere wichtige Spieler das Gleiche sagen lassen:
Im Szenario der “Einsamen Wölfe” bringt eine langgezogene Pandemie mit wiederkehrenden Wellen die Regierungen dazu isolationistische Politiken zu verfolgen und die Überwachung auszubauen. (An dieser Stelle sei daran erinnert, dass diese Szenarien erklärter Maßen auch als Handlungsanweisungen dienen sollen.) Da der unsichtbare Feind überall ist, nimmt die Parnoia zu und die Bürger geben im Namen der Viruskontrolle freiwillig ihre Freiheiten auf. Überwachung der Bürger und ihrer Bewegungen durch die Regierung ist allgegenwärtig.

... Stufe 4: Schwartz lässt die Katze aus dem Sack:
Frage: Überwachung könnte etwas sein, was uns rettet. Aber US-Bürger tendieren dazu, Überwachung durch die Regierung abzulehnen.
Schwartz: Wir haben uns mit dieser wichtigen Frage in Minority Report beschäftigt. Das war eindeutig eine Überwachungsgesellschaft. Was wir daran falsch verstanden haben: es war nicht Washington D.C., es war das heutige Beijing. Die Wahrheit ist, – aus Sicherheitsgründen, aus Bequemlichkeitsgründen und jetzt aus Gesundheitsgründen – werden wir nach und nach sehr viel mehr Überwachung akzeptieren. Und am Ende wird es uns nicht stören, weil es – für die meisten Menschen in den meisten Situationen – mehr nützt als schadet.

Etwas Positives zum Schluss

Das sind zwar US-Organisationen, die Diskursverschiebung vorantreiben, aber weit weg ist es deswegen nicht. Bei uns findet die Normalisierung des Unerhörten ebenso statt, unter anderem unter dem Stichwort “neue Normalität“, die in den Medien überall beschworen wird.

Aber eine gute Nachricht gibt es auch. Es gibt nicht nur Schafe. Das Interesse an diesen Umtrieben und das Empörungspotential ist groß.


Gleichschritt – Das unheimlich weitsichtige Pandemie-Szenario der Rockefeller Stiftung von Norbert Häring

Viele finden Event 201 gruselig – die Rollenspielübung um eine Corona-Pandemie, die die Gates-Stiftung, die Johns-Hopkins-Universität und das Weltwirtschaftsforum Wochen vor Beginn der Covid-19-Pandemie abhielten. Noch gruseliger ist das Lock-Step-Szenario (Gleichschritt) der Rockefeller Foundation aus dem Jahr 2010. Es liest sich wie ein Drehbuch für die politischen Vorgänge während der Pandemie, die wir derzeit durchleben.

“Gleichschritt” ist eines von vier “Szenarien für die Zukunft von Technologie und internationaler Entwicklung“, die die Rockefeller Foundation und das Global Business Network (GBN) 2010 nach einem Jahr Arbeit eines großen Teams präsentiert haben......

..... Der Rockefeller-Bericht mit dem Lock-Step-Szenario scheint sich an Entscheidungsträger in großen, mächtigen Stiftungen wie der Rockefeller Foundation selbst oder der Bill and Melinda Gates Foundation zu richten. ....

Bevor ich zu den beeindruckend weitsichtigen Teilen von Lock Step komme, möchte ich Ihnen kurz eine Liste der Themen geben, zu denen die Szenario-Ersteller ihre Entscheidungen getroffen haben:
  • Eine Viruspandemie mit hoher Ansteckungsgefahr und hoher Sterblichkeit
  • Überforderte Gesundheitssysteme vieler Nationen.
  • Wer wird getötet, jung oder alt? (in diesem Fall jung)
  • Die Wirtschaft ist am Boden
  • Internationale Mobilität von Personen und Gütern stark behindert
  • Tourismus fast tot
  • Globale Lieferketten unterbrochen
  • Einzelhandelsgeschäfte geschlossen
  • Fehlende Eindämmungsprotokolle in Entwicklungsländern
  • Wenig autoritäre Reaktion der US-Regierung scheitert
  • Autoritärer chinesischer Ansatz funktioniert viel besser
  • Andere Nationen eifern autoritärer, stark überwachender chinesischer Vorgehensweise nach
  • Autoritärere Herrschaftsform hält sich nach der Pandemie
  • Geschockte Bevölkerungen begrüßen mehr Überwachung
  • … und autoritärere Herrschaft
  • Biometrische Identitätserfassung erhält Auftrieb
  • Mehr staatliche Kontrolle über Industrien, die für das nationale Interesse lebenswichtig sind
  • IT-Monopolisten halten Innovationen innerhalb der Landesgrenzen.
  • Eine multipolare IT-Welt mit US-Dominanz
  • Philanthropische Stiftungen werden Teil der Außen- und Sicherheitspolitik der USA
  • Hervorstechender Einfluss der großen Stiftungen
.... Die Rockefeller Foundation hat 2017 die Anschubfinanzierung für ID2020 bereitgestellt, eine Initiative, um jedem Weltbürger bis 2030 eine global lesbare biometrische Identität zu geben. Partner sind Microsoft, die Impallianz GAVI und Accenture. Accenture erschien kürzlich auf diesem Blog als Verfasser – im Auftrag des Weltwirtschaftsforums – der Kontroll-Dystopie “The Known Traveller Digital Identity“.

Der Kontext des Szenarios

„Lock Step“ ist eines von vier Szenarien, die die vier Quadranten der Kombinationen von hoher und niedriger Regierungskontrolle und hoher und niedriger Anpassungsfähigkeit ausfüllen. Das ideale Szenario heißt “Clever Together” (Gemeinsam klug) und zeichnet sich durch eine hohe Kontrolle in einem stark kooperativen globalen Umfeld und damit eine hohe Anpassungsfähigkeit aus. Lock Step, “eine Welt mit strengerer staatlicher Kontrolle von oben nach unten und mehr autoritärer Führung”, kommt als zweitbeste Lösung daher, die viel günstiger beschrieben wird als Hack Attack, “eine wirtschaftlich instabile, schockanfällige Welt, und Smart Scramble, “eine verarmte Welt mit improvisierten, lokalisierten Überlebensstrategien”.
Schlussfolgerungen

Dieser Bericht veranschaulicht, dass wichtige Akteure seit mindestens zehn Jahren über die politischen und gesellschaftlichen Möglichkeiten und Herausforderungen nachdenken, die durch Angst auslösende Pandemien entstehen. Wenn man auf die letzten zehn Jahre zurückblickt, könnte man sagen, dass in den ersten fünf bis sieben dieser Jahre eine Variante von Clever Together, wie es sich die Technokraten des Silicon Valley vorstellen, verfolgt worden zu sein scheint, die jedoch in jüngster Zeit bei den großen geopolitischen Akteuren, insbesondere den USA, in Ungnade gefallen ist. Sie scheinen sich nun für die zweitbeste Option eines autoritären und nationalistischen Ansatzes zu entscheiden, der dem Gleichschritt-Szenario nicht unähnlich ist.

Great Reset: Das Weltwirtschaftsforum plant den Großen Neustart, um ihn zu verhindern von Norbert Häring

8. 07. 2020 | Der Club der reichsten Menschen und der größten naturzerstörenden Konzerne will den “Great Reset”, den Großen Neustart. Statt Armut, Krankheiten, Übervölkerung und Naturzerstörung verheißen uns die Megareichen eine faire Welt in Einklang mit der Natur. Absurd? Ja. Zynisch? Natürlich. Zu ignorieren? Auf keinen Fall.

Nach seiner Eigenbeschreibung ist das Weltwirtschaftsforum “DIE internationale Organisation für öffentlich-private Zusammenarbeit” und hat als Hauptziel “die Verbesserung des Zustands der Welt”. An Macht fehlt es der 1971 vom deutschen Wirtschaftswissenschaftler Klaus Schwab gegründeten Stiftung ebenso wenig wie an Selbstvertrauen. Seit Jahren pilgern fast alle wichtigen Regierungschefs der Welt zum jährlichen Treffen in Davos, um den Konzernen und Milliardären ihre Aufwartung zu machen.
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Wenn man den kurzen Film anschaut, den das Forum zu Einstimmung auf den Großen Neustart veröffentlicht hat, kommt man nicht um das Urteil herum, dass es bei seinem Hauptziel entweder kläglich versagt hat, oder – wahrscheinlicher – den Zustand der Welt nur für seine Mitglieder verbessern will.

Die Abbildung des Ist-Zustands besteht aus einer hektischen Abfolge dystopischer Szenerien: Müllhalden, Epidemien, Proteste gegen Ungleichheit, Umweltzerstörung… Dann wird auf einem alten Computer auf den Reset-Knopf gedrückt, und plötzlich ist alles gut. Bilder von Fischschwärmen im blauen Ozean, schöne grüne Landschaften, glückliche Babys…