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Samstag, 28. August 2021

Zur Erinnerung: Wie Salesforce und Deloitte sich früh die heutige „paranoide“ Kontrollgesellschaft ausmalten

...... Bereits am 6. April 2020 veröffentlichten Salesforce und Deloitte den Bericht „The world remade by COVID-19: Scenarios for resilient leaders“ (Die Welt, umgepolt durch Covid-19: Szenarien für robuste Entscheidungsträger). Hier die übersetzte Beschreibung eines der vier vorgestellten Szenarien, genannt „Lone Wolves“ (Einsame Wölfe), und zwar die erste Seite komplett, damit Sie nicht denken, die Ähnlichkeit mit aktuellen Gesellschaften sei durch Auswahl nur des Passenden konstruiert:

Die COVID-19-Pandemie entwickelt sich zu einer lang anhaltenden Krise, da die Krankheitswellen den Globus länger erschüttern, als man darauf vorbereitet war. Immer mehr Todesfälle, soziale Unruhen und wirtschaftlicher Niedergang treten zutage. Der unsichtbare Feind ist überall, und die Paranoia wächst. Nationen führen strenge Kontrollen für Ausländer ein und bringen Lieferketten im Namen der Versorgungssicherheit zurück ins eigene Land. Die Staaten isolieren sich im Namen der inneren Sicherheit. Die Überwachung durch die Regierung ist alltäglich, und die Menschen und ihre Bewegungen werden mit technischen Mitteln überwacht.

Was wir (dafür) glauben müssen…

  • Der SARS-Cov-2-Virusstamm, der die COVID-19-Krankheit auslöst, mutiert und entwickelt sich weiter und entzieht sich der Ausrottung.
  • Die Bürger geben im Namen der Viruseindämmung Freiheiten an die Regierungen ab.
  • Die Länder vernachlässigen die Zusammenarbeit und setzen eine isolationistische Politik durch.
  • Die Regierungen greifen zu extremen Überwachungs- und Kontrollinstrumenten.
  • Globale wirtschaftliche Erholung bis Mitte 2022, wobei die Erholung in den einzelnen Ländern unterschiedlich schnell verläuft.

Die Gesellschaft in diesem Szenario wird folgendermaßen näher beschrieben:

  • Physische Distanzierung wird zum Dauerzustand, der den sozialen Zusammenhalt beeinträchtigt. Paranoia und Misstrauen sind weit verbreitet.
  • Die Freiheit des Einzelnen nimmt ab, da die Regierungen strenge Maßnahmen ergreifen (z. B. obligatorische Screening- und Tracking-Programme und Strafen), um die Ausbreitung der Krankheit im Inland einzudämmen.

Die technologische Entwicklung wird folgendermaßen beschrieben:

  • Die Technologie schreitet voran, um den virtuellen Anforderungen der Gesellschaft gerecht zu werden, aber die Mittel werden hauptsächlich für extreme Überwachungsmaßnahmen ausgegeben, in der Hoffnung, die allgegenwärtige Pandemie einzudämmen.
  • Es werden fortschrittliche Formen der virtuellen Kommunikation entwickelt, während Ausgangssperren und Vorschriften die persönliche Kommunikation einschränken.
  • Regierungen und Strafverfolgungsbehörden verpflichten sich zur gemeinsamen Nutzung von Daten und führen rasch Gesichtserkennungs- und Überwachungstechnologien ein.
  • Mit der zunehmenden Abhängigkeit von der Technologie und den wachsenden globalen Spannungen wird die Gesellschaft immer anfälliger für Cyberangriffe.

Dieses schon am 6. April 2020 publizierte Szenario und die drei anderen wurden von einem großen Team der beiden Gesellschaften unter Einschaltung von vielen Beratern innerhalb und außerhalb der beiden Unternehmen erstellt. Das passiert nicht innerhalb von Tagen und kaum innerhalb von wenigen Wochen. Das bedeutet, dass dieses Projekt auf den Weg gebracht wurde, als man in Europa und den USA gerade erst anfing, Corona als eine möglicherweise dramatische Sache zu begreifen.

Dass man trotzdem so bald nach dem Corona-Ausbruch mit dieser aufwendigen Arbeit fertig war,  dürfte an der Vorarbeit liegen, die der mutmaßliche Initiator und Haupttreiber des Projekts, der Senior Vice-President für Strategische Entwicklung von Salesforce und Futurologe Peter Schwartz, bereits geleistet hatte. Er hatte schon zehn Jahre vorher in Zusammenarbeit mit der Rockefeller Stiftung das sehr ähnliche und mindestens ebenso hellsichtige Pandemieszenario Lock Step (Gleichschritt) entworfen, ebenfalls ein Szenario intensivierter, technologiegestützter Bevölkerungskontrolle. An dessen Umsetzung haben die Rockefeller Foundation und Schwartz seither gearbeitet.

Zur Erinnerung: Wie Salesforce und Deloitte sich früh die heutige „paranoide“ Kontrollgesellschaft ausmalten – Geld und mehr (norberthaering.de)

Mittwoch, 10. Februar 2021

Der Macher des Gleichschritt-Szenarios der Rockefeller Stiftung wirbt nun offen für Totalüberwachung von Nobert Häring

Im Jahr 2010 hat Peter Schwartz zusammen mit der Rockefeller Stiftung das Schöne-neue-Überwachungswelt-Szenario “Lock Step” (Gleichschritt) entwickelt, als Zukunftsvision für die Zeit nach einer Pandemie. Während Rockefeller eifrig an der Vertiefung arbeitet, kümmert sich Schwartz um die Verbeiterung und wirbt in einem Interview sogar ganz offen für die Totalüberwachung. Peter Schwartz (73) ist Futurologe. Er war schon für das Pentagon und das Weltwirtschaftsforum aktiv....

..... Stufe 1: Das Gleichschritt-Szenario als Leitfaden: Selbst nachdem die Pandemie abgeklungen war, blieb die autoritärere Kontrolle und Beaufsichtigung der Bürger und ihrer Aktivitäten bestehen und wurde sogar noch intensiviert. … Die Bürger gaben bereitwillig einen Teil ihrer Souveränität – und ihrer Privatsphäre – an paternalistischere Staaten ab, im Austausch für mehr Sicherheit und Stabilität. Die Bürger waren duldsamer und sogar begierig auf Führung und Aufsicht von oben, und die nationalen Führer hatten mehr Spielraum, um die Ordnung so durchzusetzen, wie sie es für richtig hielten.

..... Stufe 2: Die Pandemie ist da – Forderungen stellen:
Ein Pandemie-Corps mit 300.000 Testern aufstellen, das polizeiähnliche Aufgaben wahrnimmt,
die Kontaktverfolgung vervollkommnen,
die Teilnahme am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben umfassend von Immunitäts- oder negativen Testnachweisen abhängig machen. Dazu soll auch dienen,
eine (global) eindeutige Patienten-Indentifikationsnummer für jeden, die Auskunft über den viralen, den Antikörper- und den Impfstatus jedes Bürgers gibt und mit anderen Datenbanken verlinkt wird, von Anwesenheitslisten in Schulen, über Passagierlisten bis hin zum Eintrittskartenverkauf,
eine Vielzahl von Datenquellen zusammenzubringen und mit mächtigen Analyseinstrumenten auszuwerten und bestehende Hindernisse bei der Datenbeschaffung für solche Analyseinstrumente beseitigen.

.... Stufe 3: Andere wichtige Spieler das Gleiche sagen lassen:
Im Szenario der “Einsamen Wölfe” bringt eine langgezogene Pandemie mit wiederkehrenden Wellen die Regierungen dazu isolationistische Politiken zu verfolgen und die Überwachung auszubauen. (An dieser Stelle sei daran erinnert, dass diese Szenarien erklärter Maßen auch als Handlungsanweisungen dienen sollen.) Da der unsichtbare Feind überall ist, nimmt die Parnoia zu und die Bürger geben im Namen der Viruskontrolle freiwillig ihre Freiheiten auf. Überwachung der Bürger und ihrer Bewegungen durch die Regierung ist allgegenwärtig.

... Stufe 4: Schwartz lässt die Katze aus dem Sack:
Frage: Überwachung könnte etwas sein, was uns rettet. Aber US-Bürger tendieren dazu, Überwachung durch die Regierung abzulehnen.
Schwartz: Wir haben uns mit dieser wichtigen Frage in Minority Report beschäftigt. Das war eindeutig eine Überwachungsgesellschaft. Was wir daran falsch verstanden haben: es war nicht Washington D.C., es war das heutige Beijing. Die Wahrheit ist, – aus Sicherheitsgründen, aus Bequemlichkeitsgründen und jetzt aus Gesundheitsgründen – werden wir nach und nach sehr viel mehr Überwachung akzeptieren. Und am Ende wird es uns nicht stören, weil es – für die meisten Menschen in den meisten Situationen – mehr nützt als schadet.

Etwas Positives zum Schluss

Das sind zwar US-Organisationen, die Diskursverschiebung vorantreiben, aber weit weg ist es deswegen nicht. Bei uns findet die Normalisierung des Unerhörten ebenso statt, unter anderem unter dem Stichwort “neue Normalität“, die in den Medien überall beschworen wird.

Aber eine gute Nachricht gibt es auch. Es gibt nicht nur Schafe. Das Interesse an diesen Umtrieben und das Empörungspotential ist groß.